Archiv für Februar 2011

Ich gehe in meinem Leben im Augenblick durch eine Zeit der Krise und des Neuanfangs, die mein Leben in allen Aspekten verändert und auf eine neue Ebene hebt.

In diesem Artikel möchte ich einiges von meinen Erfahrungen, einiges über mich, und einiges über meine Ziele und Entscheidungen, mit Dir teilen. Dies wird also eher ein Tagebucheintrag – aber vielleicht kannst Du daraus ja für Dich trotzdem einen Nutzen ziehen.

Woher ich komme

Nachdem unsere Beziehung im Laufe der letzten Jahre immer schlechter geworden ist, und uns beide immer mehr belastet hat, hat Ricky sich Ende des vergangenen Jahres von mir getrennt.

In den letzten Wochen ist mir nun bewusst geworden, wie sehr ich mich nicht nur buchstäblich in dieser Beziehung verloren habe, sondern auch in meiner Vergangenheit, meinen Ängsten, Unsicherheiten und Vorstellungen. Irgendwie klar war mir das bisher, aber ich bin nie wirklich bis zur Wurzel des Problems vorgedrungen. Die Trennung hat viel gelöst, viele Gefühle, Erfahrungen und viel Schmerz freigesetzt – mich aber auf der anderen Seite auch wieder mehr mit mir selber in Kontakt gebracht.

Seit ich denken kann, habe ich in Ängsten, Unsicherheiten und Sorgen gelebt, und gerade in den letzten Jahren habe ich mich mir selber und anderen gegenüber immer destruktiver verhalten, das ganze Leben als Kampf ums Überleben erlebt, und bin immer weiter abgerutscht. Kurzfristige erfolge in einigen Bereichen konnte ich nicht lange halten, und habe mir selber immer wieder aufs Neue bewiesen, dass ich klein, schwach, unfähig und ein Versager bin – ein Glaubenssatz, den ich schon seit meiner frühen Kindheit mit mir  herum trage, und dem ich gerade in den letzten Jahren immer mehr Macht über mein Leben gegeben habe.

Andere Glaubenssätze haben sich in nicht gerade produktiven Verhaltensweisen manifestiert: Ich habe alle Menschen in meiner Umgebung in Grund und Boden analysiert, alles und jeden kritisiert und ins Unrecht gesetzt, prinzipiell eine Gegenposition eingenommen, oftmals Dinge nur getan, weil ich wusste, dass ich damit jemanden auf die Palme bringe – und so auf eine total unproduktive Art und Weise mein gesamtes Verhalten auf andere Menschen ausgerichtet. Besonders in meiner Beziehung ist dies zu tragen gekommen, aber in gemäßigter Form auch vielen anderen Menschen gegenüber, mit denen ich Kontakt hatte.

Ich habe aber nicht nur meine Vergangenheit und bestimmte Verhaltensweisen in Frage gestellt, sondern eigentlich mein ganzes Leben noch einmal genau betrachtet und bewertet. Dabei ist mir bewusst geworden, dass ich eigentlich gar nicht wusste, wer ich bin, und was ich wirklich will – oder dass ich zumindest immer wieder den Kontakt zu mir selber verloren habe.

Ich habe gerade noch mal meinen Artikel Wie es nicht geht… von vor zwei Monaten gelesen, und bin dabei auf eine interessante Erkenntnis gestoßen:

Tatsache ist jedenfalls, dass alles Wissen der Welt nur dann etwas nützt, wenn man es anwendet. Und zu diesem Anwenden bin ich ganz offensichtlich bisher nicht bereit gewesen – und ich glaube, dass ich es auch jetzt noch nicht bin. Denn egal, wie vernünftig sich die vielen Dinge anhören, die ich bisher gelesen habe – irgendetwas fehlt noch in der Gleichung. Und ich werde den Verdacht nicht los, dass dieses Irgendetwas ich selber bin.

Das hat sich gerade in den letzten Wochen sehr bestätigt: Wenn ich in Kontakt mit mir selber war, habe ich positiv in die Zukunft geblickt, hatte eine gewisse Vorstellung davon, was ich mir wünsche, und mein Leben erschien mir spannend, sinnvoll und lebenswert. Wenn ich den Kontakt zu mir verloren hatte, habe ich die gleichen Wünsche, Ziele und Pläne als sinnlos, leer, langweilig und mein Leben als nicht lebenswert empfunden.

Wer ich bin

In den letzten Wochen hat mich die Frage, wer ich bin, immer wieder beschäftigt, und ich konnte frühere Antworten darauf konkretisieren. Gerade heute Abend bin ich zu einer neuen Vertrauen darüber gelangt, dass all diese Dinge nicht nur Hirngespinste sind.

Visionär

Wenn ich das, was mich im Kern ausmacht, mit einem Wort beschreibe, dann so: Ich bin im Herzen ein Visionär.

Das heißt für mich: Wenn ich etwas betrachte, sehe ich weniger das, was ist, sondern eher das, was sein könnte, die Möglichkeiten, die in einer Person, einer Situation, einer Idee stecken.

Aus dieser Quelle speist sich meine Kreativität, und als Visionär gehe ich in dem, was ich tue, völlig auf, fühle mich erfüllt, und Zeit hört auf zu existieren. Ideen fließen mit einer Leichtigkeit und in einer Geschwindigkeit, und ich fühle mich einfach nur gut.

Meine Herausforderung ist es, mich möglichst oft im Kontakt mit dieser Energie zu halten.

Unternehmer

In meinem Handeln bin ich im Kern Unternehmer in wahrsten Sinne des Wortes: Jemand, der etwas unternimmt.

Für mich ist ein Unternehmen etwas, was Menschen mit einem bestimmten Bedürfnis oder Problem mit jemandem in Kontakt bringt, die dieses Bedürfnis erfüllen oder das Problem lösen können – oder die dabei zumindest Hilfestellung geben können. Dieser Jemand kann der Unternehmer selber, ein Mitarbeiter, oder jemand ganz anderes sein.

In diesem Sinne bin ich nicht nur im geschäftlichen Bereich Unternehmer, sondern das ist etwas, was ich als Lebensmaxime anwenden kann: So vielen Menschen wie möglich den bestmöglichen Nutzen bieten, den ich bieten kann.

Oft ergeben sich aus privaten Situationen oder Ideen, auf die ich stoße, dann auch Geschäftsideen oder -modelle, Ideen für Produkte oder Dienstleistungen, oder andere Konzepte, Strukturen und Ideen.

Menschenfreund

Im Umgang mit anderen Menschen gibt es für mich nur eine Maxime: Win-Win …or No Deal! Ich suche immer nach dem Weg, der die Interessen aller gleichermaßen berücksichtigt.

Dabei ist jeder Mensch für mich gleich wichtig und wertvoll, unabhängig von seiner gesellschaftlichen oder beruflichen Position.

Ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch im Kern gut ist und positive Absichten verfolgt – wie fehlgeleitet er sich auch verhalten mag. Daraus entsteht ein großes Mitgefühl für andere Menschen, und auch ein großes Bedürfnis, den Menschen zu helfen, zu sich selber zu finden, und ihr Potential positiv zu nutzen und auszuschöpfen – womit sich der Kreis schließt.

Wohin ich gehe

Was bedeutet das konkret für meine Zukunft, meine Ziele und die Art und Weise, wie ich mein Leben leben will?

Mein Freund Sascha Ballach hat mir heute in einem Telefonat noch einmal gründlich den Kopf gewaschen und mir gezeigt, in wie vielen Bereichen ich immer noch Vergangenes als Ausrede benutze, um im Hier und Jetzt nicht das zu tun, was ich eigentlich will.

Ich habe festgestellt, dass ich seit meiner Kindheit eigentlich nicht mehr gelebt habe – jedenfalls nicht aus meiner Begeisterung heraus. Experimentiert und Dinge ausprobiert habe ich bisher eigentlich nur im Beruf, und nur da habe ich bisher auch eine wirklich klare Vorstellung, wie ich leben will. In vielen anderen Bereichen ist es daher mein Ziel, Dinge wieder zu tun, die mir früher Freude gemacht haben, zu schauen, was davon mir immer noch gefällt, und neue Dinge kennen zu lernen.

Aber der Reihe nach:

Passives Einkommen

Eine Priorität für mich ist es, die Idee eines passiven Einkommens, die ich schon seit längerer Zeit mit mir herum trage, Realität werden zu lassen, um so freier darin zu werden, neuen Ideen nachzugehen, ohne mir Sorgen um mein Auskommen machen zu müssen-

Ein erster Schritt ist der, in meiner Arbeit als Webdesigner dort, wo es sich lohnt, mehr Möglichkeiten zum Outsourcing zu nutzen, und mich eher auf die Kommunikation mit meinen Kunden, auf das Marketing und auf die Arbeit am Unternehmen selber konzentrieren zu können – die Bereiche, die mir am meisten Freude bereiten. Hierzu bieten sich mir bereits einige gute Gelegenheiten, über die ich natürlich meine bestehenden Kunden, die ich selber betreue, nicht vergessen darf.

Inspired Living

Damit meine ich, meiner Intuition zu folgen, die Kraft der ersten Begeisterung zu nutzen, und Ideen genau dann nachzugehen, wenn ich sie habe. Es bedeutet für mich auch, das Leben dann zu leben, wenn es passiert: Im Hier und Jetzt – und es nicht auf eine unbestimmte Zukunft aufzuschieben.

Zum ersten mal auf diese Idee gestoßen bin ich in dem Buch Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast von Barbara Sher in Form eines Projektbuches gefunden, in dem man hemmungslos seinen vielen Interessen nachgehen kann, mit der Welle schwimme, und viele verschiedene Dinge ausprobieren und andenken kann.

Wirklich interessant ist es für mich jedoch durch ein Experiment geworden, was der Personal Development-Blogger Steve Pavlina im vergangenen Sommer gestartet hat. In seinem Artikel An Inspirational Week erklärt er, wie er dazu angeregt wurde, für 30 Tage nur seiner intuition und Inspiration zu folgen.

Das ist für mich ein spannendes Konzept, welches ich gerne weiter verfolgen möchte, wenn auch im Augenblick noch nicht in der Extremform, dies zur einzigen Grundlage meines Handelns zu machen.

Dieser Artikel zum Beispiel ist aus einer Inspiration heraus entstanden, der ich sofort nachgegangen bin.

Bewusste Einflüsse

In der Vergangenheit habe ich mich einer Vielzahl verschiedener Einflüsse ausgesetzt, und oftmals blind Ansichten, Lebenskonzepte oder Ideen übernommen – bis zu einem Maß, wo ich mir selber nicht mehr sicher war, was davon mir mir zu tun hatte, und wo ich anderer Leute Ziele zu meinen eigenen gemacht hatte.

Ich habe mich nun bewusst dafür entschieden, mich an einigen wenigen Rollenmodellen zu orientieren, die bestimmte Aspekte verkörpern, die ich in mein Leben integrieren möchte, und die als absolute Experten auf ihrem Gebiet gelten können.

Ich bin zwar weiter offen für neue Ideen und andere Menschen, aber mein Hauptaugenmerk liegt auf 5 Personen, für die ich mich bewusst entschieden habe.

In den entscheidenden Bereichen werde ich mir in nächster Zeit auch Menschen suchen, die auf einem ähnlichen Weg sind, um mit ihnen gemeinsam am Erreichen unserer Ziele zu arbeiten.

Außerhalb dieser Bereiche möchte ich mich von Meinungen, Ratschlägen und Einflüssen weitestgehend abschotten – besonders, wenn sie im Widerspruch zu meinen Rollenmodellen stehen. Ich weiß zwar durchaus den Wert anderer Sichtweisen zu schätzen, sehe jedoch auch, dass sie im Augenblick einen klaren Fokus auf die Dinge verhindern würden, die ich anstrebe.

Spaß haben – das Leben genießen (Extraversion)

Wie das konkret aussieht, kan ich noch nicht sagen – denn das ist leider ein Bereich, den ich seit Jahren total vernachlässigt habe.

Ich weiß, dass Musik für mich eine wichtige Rolle spielt, dass ich gerne Musik mache, höre, und gerne tanze oder mich zu Musik bewege. Deswegen höre ich nun wieder häufiger Musik, und ich werde wieder regelmäßig Gitarre spielen und vielleicht auch wieder anfangen, Keyboard zu spielen. Außerdem war ich in den letzten Wochen bereits einige male in einer Disco, und habe mir vorgenommen, in den nächsten Wochen und Monaten das Nachtleben in Bielefeld und Umgebung zu erkunden und dabei möglichst verschiedene Clubs, Discos und Lokale kennen zu lernen.

Ich weiß auch, dass ich gerne mit anderen Menschen zu tun habe, auch wenn ich gerade im privaten Bereich immer wieder an die Grenzen meiner sozialen Fähigkeiten stoße – ein Bereich, in dem ich inzwischen bereits Fortschritte gemacht habe, und fortwährend weiter übe und lerne. Ich treffe mich gerne mit Freunden und -innen – im Augenblick am liebsten zu zweit. Ich möchte aber auch lernen, in größeren Runden mich aktiv an Gesprächen zu beteiligen, was mich im Augenblick noch etwas überfordert.

In diesem Bereich spielen auf jeden Fall andere Menschen eine wichtige Rolle, aber auch Aktivitäten im eigentlichen Sinne des Wortes, denen ich alleine nachgehen kann.

Reflektieren – zur Ruhe kommen (Introversion)

Als Gegenpol zu den eher aktiven Bereichen meines Lebens brauche ich auch eher ruhige Zeiten, in den ich reflektiere, mich entspanne, und in einer ruhigen Umgebung zur Ruhe kommen, meine Akkus aufladen und zu mir selber finden kann.

Lesen ist etwas, wobei ich sehr gut zur Ruhe kommen kann. In den letzten Jahren habe ich Sachbücher – besonders aus der selbsthilfe-Ecke – wie Romane gelesen, was eine Zeit lang auch gut war, um viele neue Ideen zu bekommen. Erst in letzter Zeit habe ich wieder angefangen, Romane zu lesen, was ich immer noch sehr genieße.

Auch in der Badewanne kann ich mich sehr gut entspannen, oder bei einem schönen Film, den ich nur für mich alleine schaue.

Auch in diesen Bereich fällt Tagebuch schreiben – weniger in der Art von “Liebes Tagebuch”, sondern auf eine Art und Weise, die mir hilft, mich selber besser zu verstehen, und Lösungen für Herausforderungen in meinem Leben zu finde, oder neuen Ideen nachzugehen.

Master Key System und andere Kurse mit Übungen oder Selbstlernkurse, Autogenes Training, Meditation und ähnliche Dinge fallen mir hierzu ein.

Beides bildet dann ein Gleichgewicht, und ich weiß aus Erfahrung: Wenn ich einige Zeit lang aktiv und unter Menschen war, brauche ich dann wieder eine Zeit der Ruhe, des in-mich-gekehrt-seins. Und wenn ich einige Zeit lang eher passiv war, dann zieht es mich wieder in die Welt hinaus, unter Menschen, und zu neuen Erfahrungen.

Und Du?

Was konntest Du aus diesem Artikel für Dich neues erfahren?

Hast Du vielleicht sogar Lust, Dir selber einmal darüber Gedanken zu machen, wie Dein Leben aussehen soll (oder hast dies bereits lange getan)?

Gibt es etwas, was Du mit mir oder den anderen Lesern teilen möchtest? Dann kannst Du das unten im Kommentar-Feld genau jetzt tun, und auch Deiner Inspiration folgen.