Artikel-Schlagworte: „30 Day Trial“
Sonntag Nachmittag, eine Woche Rückblick auf meinen laufenden 30 Day Trial, mit dem ich mir eine feste Tagesstruktur aneignen möchte.
Wobei es im Augenblick eigentlich weniger auf eine feste Tagesstruktur hinausläuft, sondern auf höhere Produktivität und mehr Fokus auf meine Ziele, und auf die Dinge, die ich mir vornehme.
Ich habe gerade meine Aufgaben für heute Abgeschlossen, und habe jetzt den restlichen Sonntag Freizeit.
Ist es immer so glatt gelaufen? Nein, sicher nicht. Oft habe ich bis spät abends am Rechner gesessen, weil ich tagsüber zu viel Zeit vertrödelt habe. Einmal bin ich über meine letzte Aufgabe nachts um 1:30 eingeschlafen (ich hab sie dann gleich am nächsten Morgen vor dem Frühstück erledigt), und gestern habe ich meine letzte Aufgabe immer vor mir her geschoben, weil wichtigere (sic!) Dinge anstanden. Erledigt habe ich sie schliesslich heute Morgen.
Was ich in der letzten Woche geschafft habe:
- Diverse bürokratischen Dinge fertig gestellt (Anträge, Steuererklärung, …)
- Stapel von Unterlagen wegsortiert, was ich seit über zwei Jahren vor mir her schiebe.
- Ein Erfolgserlebnis ans nächste gereiht.
Was ich in der kommenden Woche anders machen werde:
- Meine drei Aufgaben früher beginnen und früher abschliessen. Alles andere kann im Zweifel warten.
- Regelmäßig zur gleichen Zeit aufstehen. Ich weiß, dass mir das hilft, fokussierter in den Tag zu starten.
- Mit Wochenziele setzen, und versuchen, diese auch tatsächlich einzuhalten.
Davon hängt jedoch der Erfolg meines 30 Day Trials nicht ab, das wäre die Kür.
Ich bin überzeugt, dass meine kommende Woche mindestens so erfolgreich wird, wie die letzten. Ich habe mir schon diverse Dinge vorgenommen, die ich gerne tun möchte, um etwas mehr Klarheit und Struktur in meine Finanzen zu bekommen, und einen besseren Überblick in diesem Bereich zu bekommen.
Heute möchte ich auf Tobias-Zimpel.de meinen ersten “30 Day Trial” ankündigen: Das Etablieren einer festen Tagesstruktur.
Was ist ein 30 Day Trial
Vielleicht kurz vorab für diejenigen unter Euch, die noch nicht sooo erfahren mit dem Verändern von Gewohnheiten sind: Ein 30 Day Trial ist quasi eine 30-tätige Testphase für eine neue Gewohnheit. Und mal ehrlich: Klingt “Ich probiere xy einfach mal für 30 Tage” nicht wesentlich besser, als das “Ich muss jetzt für den Rest meines Lebens xy”, mit dem die meisten Menschen (erfolglos) versuchen, Gewohnheiten zu verändern?
Der Trick dabei ist folgender: Was immer Du auch tun willst: Du verpflichtest Dich tatsächlich nur dazu, 30 Tage durchzuhalten. Danach kannst Du tun und lassen, was Du willst: Du kannst weiter machen, Du kannst aber auch ebenso gut zu Deinem alten Verhalten zurückkehren, oder etwas ganz anderes probieren. Und für 30 Tage kannst Du doch sicher durchhalten, nicht wahr?
Die Testphase bietet Dir gleich mehrere Vorteile gegenüber dem üblichen Ansatz:
- Du kannst ausprobieren, ob die Gewohnheit so, wie Du Dir das vorgestellt hast, für Dich funktioniert.
- Die Verpflichtung für nur 30 Tage fällt Dir vermutlich leichter, als für ein ganzes Leben.
- Nach 30 Tagen hat sich das Verhalten schon so weit “eingeschliffen”, dass es Dir relativ leicht fallen wird, mit dem neuen Verhalten regelmäßig weiter zu machen – wenn Du Dich denn am Ende der 30 Tage dafür entscheidest, das tun zu wollen.
Im Folgenden findest Du anhand des 30 Day Trials die genaue Struktur meiner Planungen, und kannst Dir einen Eindruck davon machen, welche Gedanken ich mir mache, bevor ich mit dem Verändern einer Gewohnheit anfange. Das mache es Dir vielleicht leichter, selber einen 30 Day Trial zu starten und auch etwas Neues in Deinem Leben auszuprobieren.
30 Day Trial Tagesstruktur
Was genau tue ich?
Für die nächsten 30 Tage werde ich mich an die von mir gewünschte Tagesstruktur in folgenden Punkten halten:
- Ich mache jeden Morgen eine Tagesplanung, in der ich meine 3 wichtigsten Aufgaben oder Ziele (MITs, Most Important Tasks) für den Tag festlege.
- Ich erreiche alle MITs, die ich mir vorgenommen habe, sofern keine tatsächlichen äußeren Umstände dies unmöglich machen.
- Ich räume abends auf jeden Fall die Wohnung auf, bevor ich ins Bett gehe.
- Ich leere jeden Tag alle meine Inboxen (Post/Papier, E-Mail) und bearbeite alles nach der Technik von GTD/ZTD – möglichst am Ende des Arbeitstages.
Streng genommen sind das gleich mehrere Gewohnheiten.
Nun ist es generell keine gute Idee, mehrere Dinge parallel zu versuchen. Ich tue das in diesem speziellen Fall trotzdem, und zwar aus folgenden Gründen:
- Alle genannten Gewohnheiten habe ich bereits früher unabhängig voneinander mir angeeignet und über einen längere Zeitraum durchgeführt. Während meiner Depressionserkrankung ist mir die Kontrolle hierüber wieder entglitten, aber die grundsätzlichen Muster sind in meinem Gehirn noch vorhanden.
- Die Gewohnheiten passen sehr gut zusammen, und ergeben eine “Kette” von Gewohnheiten, bei der die einzelnen Glieder ineinander greifen. Dadurch entsteht eine tragfähige Struktur, die, wie ich glaube, sogar stabiler sein wird, als die einzelnen Gewohnheiten für sich genommen wären.
Generell muss ich aber aus persönlicher Erfahrung davon abraten, mehrere Gewohnheiten auf einmal zu versuchen. Wie gesagt: Manchmal bestätigen Ausnahmen die Regel.
Wie genau sieht mein Erfolg aus?
Wie messe ich meinen Erfolg? Woran erkenne ich am Ende jedes Tages, und am Ende der 30 Tage, dass ich erfolgreich war?
- Ich habe die notierten MITs auf meiner Liste erfolgreich abgehakt.
- Wenn ich meinen Arbeitstag beende, sind alle Inboxen leer, und ich habe alle damit verbundenen Aufgaben erfasst, und alles in funktionierende Systeme (Mailordner, Papier-Ordner) einsortiert.
- Wenn ich abends ins Bett gehe, ist die Wohnung ordentlich und aufgeräumt, und alle herumliegenden “Dinge” sind wieder an ihrem Platz.
Wie verändert sich mein Leben durch die neue Gewohnheit?
Wenn eine neue Gewohnheit keine positiven Konsequenzen für Dein Leben hat, dann kannst Du es ja eigentlich gleich lassen.
Die feste Tagesstruktur hat für mich folgende Vorteile gegenüber der jetzigen Situation:
- Ich habe zumindest 30 Tage lang produktiv auf meine Ziele hingearbeitet, selbst wenn ich danach die Gewohnheiten nicht fortführe.
- Ich habe eine Basis für Erfolgsgewohnheiten geschaffen, und mit ein grundlegendes Selbst- und Zielmanagement-Tool angeeignet.
- Ich habe eine Basis für den Erfolg meiner Selbständigkeit und meines Unternehmens geschaffen: Ich arbeite konsistent an meiner beruflichen Zukunft.
- Ich lebe in einer ordentlichen und aufgeräumten Wohnung und sorge durch meine Gewohnheiten dafür, dass das auch so bleibt.
- Ich habe stets den Überblick über alle Dinge, die in meinem Leben eine Rolle spielen. Ich muss keine Angst mehr haben, etwas Wichtiges in meinem Leben zu übersehen oder zu vergessen.
Natürlich bringt eine neue Gewohnheit auch meistens negative Konsequenzen mir sich. Ich versuche, mindestens 3 negative Konsequenzen zu finden. Gleichzeitig überlege ich mir, wie ich mit diesen umgehen kann, so dass diese zumindest abgeschwächt werden können:
- Ich kann nicht mehr vor negativen Aspekten in meinem Leben davonlaufen, bzw, diese ignorieren. Meine Gewohnheiten zwingen mich dazu, mich auch mit negativen, bzw. angstbehafteten Dingen zu beschäftigen, die in mein Leben treten.
- So bekomme ich jedoch auch den Überblick über mein Leben, und kann auf diese Dinge bereits von Anfang an optimal reagieren, um den potentiellen Schaden bzw. das Risiko zu minimieren.
- Ich muss eine gewisse Zeit für nicht direkt produktive Tätigkeiten (Management) aufwenden.
- Diese Zeit ermöglichst es mir, bei der Ausführung Zeit und Mühe einzusparen. Insgesamt spare ich dadurch also Zeit, und arbeite einfach anders als sonst. Diese Arbeit ist aber nicht weniger oder mehr wert, als andere Arbeit auch.
- Ich muss mich tatsächlich jeden Tag aufraffen, und immer wieder aktiv sein, egal, wie ich mich fühle.
- Hm… gutes Training
Selbstdisziplin ist eine feine Sache, und so kann ich ganz nebenbei meine Selbstdisziplin trainieren. Umso leichter wird es mir in Zukunft fallen, weitere Gewohnheiten zu verändern, um meinem Leben Schritt für Schritt die Form zu geben, die ich mir wünsche.
- Hm… gutes Training
Welche Probleme könnten auftreten, und wie gehe ich damit um?
Wenn ich mir schon vorher Gedanken über mögliche Schwierigkeiten gemacht habe, kann ich bereits im Voraus Strategien entwickeln, um mit diesen umgehen zu können. Das macht es wahrscheinlicher, dass ich mich von Schwierigkeiten nicht aufhalten lasse, sondern diese erfolgreich bewältige.
- Ich könnte morgens verschlafen, und zu spät in den Tag starten. Ich garantiere durch einen zweiten Wecker außerhalb meiner direkten Reichweite, dass ich pünktlich aufstehe.
- Ich könnte morgens vergessen, meine Ziele zu planen. Ich stelle mir am Computer und im Handy einen Alarm, so dass ich auf jeden Fall daran erinnert werde.
- Ich könnte “nur heute eine Ausnahme” machen wollen. Ich lasse mir selber keine Ausreden durchgehen. Wenn ich überlegen muss, ob ich eine Ausnahme machen könnte, ist das schon ein Zeichen, dass sie nicht nötig ist. Nur wenn sich die Frage nicht stellt, weil ich unter keinen Umständen an meinem Ziel festhalten könnte, ist es OK, eine Ausnahme zu machen.
- Ich könnte durch Störungen von aussen (Ricky, Katzen, Telefon, …) behindert werden. Ich kann durch Absprachen mit Ricky mir den zeitlichen Freiraum schaffen, den ich zum Arbeiten brauche. Ich kann mich im Zweifel an meinem Schreibtisch im Schlafzimmer einschliessen, damit mich die Katzen nicht stören können. Ich kann das Telefon ignorieren, da mein Büroservice die Anrufe dann entgegennimmt und nur in Notfällen an mich weiterleitet. Ich kann so selber entscheiden, was wichtig ist, und was nicht.
- Ich könnte, wenn Ricky ausschlafen will, nicht an meinem Schreibtisch im Schlafzimmer arbeiten. Erstens schläft Ricky wie ein Stein, und meistens stört es sie nicht, wenn ich im gleichen Zimmer am Computer und mit meinen Unterlagen arbeite. Und im Zweifel kann ich mir mein Notebook und nötige Unterlagen in ein anderes Zimmer mitnehmen und erst einmal dort arbeiten.
Welche Ressourcen brauche ich, um mein Ziel zu erreichen?
Jedes Ziel, und jede neue Gewohnheit, erfordert gewisse Fähigkeiten. Manche sind anspruchsvoll, wie bestimmtes Fachwissen oder technische Fertigkeiten, andere sind weniger anspruchsvoll. Welche Ressourcen brauche ich für meine Tagesroutinen?
- zumindest etwas Selbstdisziplin, um 30 Tage an meinem Verhalten festzuhalten, auch wenn mir eigentlich nicht danach ist. Ich trainiere zwar meine Selbstdisziplin, aber die Grundlage muss ich mitbringen.
- Fokus, die Fähigkeit, mich auf das zu konzentrieren, was ich erreichen will. Das Bild meines Erfolges vor Augen zu behalten. Auch das trainiere ich, und auch hier muss ich auf einer Basis aufbauen können
- Selbstwertgefühl, denn ich tue hier Dinge, die für mich und nur für mich wichtig sind. Das stärke ich zwar dadurch auch, aber es muss zumindest in Ansätzen vorhanden sein, damit ich mich gegen andere Ansprüche abschotten kann, und mein Ziel wichtig genug nehme.
Wie mache ich mein Ziel “unvermeidbar”?
Wie kann ich Umstände schaffen, die es mir unmöglich machen, mein Ziel nicht zu erreichen? Wie schaffe ich es, den Erfolg tatsächlich zu garantieren?
- Ich kaufe mir gerade von einem Freund eine E-Gitarre. Wenn ich mein Ziel nicht erreiche, dann werde ich diese innerhalb einer Woche wieder verkaufen, egal, zu welchem Preis.
- Ich nutze alle technischen Mittel (Computer, iPhone), um mich regelmäßig an meine Ziele zu erinnern.
Was kann ich sonst noch zur Unterstützung tun?
- Ich nutze mein YuKoN-Armband, um mich im Alltag immer wieder an meine Ziele zu erinnern. Immer wenn ich das Armband sehe, erinnere ich mich an mein Ziel, und am Abend darf ich zur Belohnung eine neue Perle auf das Armband aufziehen.
- Ich bitte Ricky, mich mehrmals täglich an meine MITs zu erinnern, und ich erstatte ihr am Abend Bericht darüber, was ich am Tag geschafft habe.
- Ich kann zusätzlich regelmäßig hier im Blog über meine Erfolge berichten. Das hilft mir auch, Schwierigkeiten zu analysieren, und vielleicht noch Tipps zu bekommen, was ich besser machen kann.
Und jetzt?
Jetzt hast Du einen Überblick über mein Ziel (und kannst bei mir nachfragen, wie der Stand der Dinge ist.
Du hast eine Idee davon, welche Vorarbeit nötig ist, damit auch Du erfolgreiche Deine Gewohnheiten verändern kannst.
Und zu guter Letzt habe ich für mich definiert, wie ich selber mein Ziel in den nächsten 30 Tagen erreichen kann.